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Deutschland Cup Regensburg 2011

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Als Julia Winter kurz unter dem Top-Griff in der Route des Damenfinals von der Wand segelt, springt Ines Dull von der Leader-Bank auf. Freudestrahlend jubelt das bayerische Kraftpaket von der Sektion Allgäu -Kempten, denn schneller als alle anderen in der Halle hat sie realisiert, dass Winter die erkletterte Höhe nicht reicht, um Dull vom Spitzenplatz zu verdrängen. Die 19-Jährige hat es endlich geschafft: Nach vielen zweiten Plätzen auf nationaler Ebene kann Ines Dull in Regensburg endlich den lang ersehnten und verdienten Sieg bei einem Deutschen Sportklettercup einfahren.

Harte Quali

Was in Umarmungen mit Freundin Luisa Deubzer und ihrem Freund endet, begann für Ines Dull wie auch für die knapp 30 Starterinnen am Samstagmorgen um 10 Uhr mit der Qualifikation.Ines startet jedoch unglücklich in den Wettkampf. In der ersten Qualifikationsroute scheiterte sie an einem Schieber zu einem großen Sloper. Dies bedeutet für sie nur Platz 14, also weit weg von den Finalplätzen der besten 8.So war ein Top in der zweiten Route fast Pflicht um noch einen Platz im Finale zu bekommen. Wohl mit dem Gedanken im Hinterkopf startete sie in die zweite Route und kämpfte sich bis zum Top.Dieses Kunststück gelang dann keiner weitern Starterin, somit war Ines Dull - die blonde Powerfrau sicher im Finale.
 
Damenfinale: Hochspannung und eine glückliche Siegerin

Während sich das Schrauberteam an die Finalrouten machte, die Besucher und Zuschauer sich bei bestem Wetter in der schönen Außenanlage des Kletterzentrums Regensburg Bratwürste, Steaks und Getränke schmecken ließen, suchten die Athleten in der Isolation schattige Plätze – fast 30 Grad zeigte das Thermometer, da wurde das Aufwärmen fast überflüssig. Pünktlich um 18 Uhr dann der Start zum großen Finale: Erst fünf Minuten Besichtigung, dann die Damen und zum Schluss das Herrenfinale. Lina Himpel eröffnete den Damenendkampf in der fordernden Route, legte eine beachtliche Höhe hin und holte sich von den Zuschauern bei ihrem ersten Finale den verdienten Applaus ab. Final-„Oldie“ Marion Mannheim übertraf im Anschluss Himpel deutlich, nahm auf der Leaderbank Platz – und blieb dort erstmal eine Weile sitzen. Denn weder Chiara Clostermann noch Ronja Kellner gelang es, Mannheims vorgelegte Höhe zu überklettern. Und dann kam schon Ines Dull: Beinahe problemlos meisterte sie die erste Schlüsselstelle, einen langen Zug nach rechts von einem schmierigen Doppler mit direkten Anschlusszügen weiter nach rechts ohne gute Trittmöglichkeiten. Der anschließende Clip saß schnell, über eine große Nasenstruktur presste Dull sich mit starken Heelhooks weiter nach oben. Einen Zug unter dem Top verließen sie die Kräfte und Dull musste aufgeben, das Publikum feierte aber den Auftritt der 19-Jährigen.Nun konnte ihr nur noch Julia Winter gefählich werden. Sie war bis zu Dulls Höhe extrem solide unterwegs, doch den von Dull noch gehaltenen vorletzten Griff konnte sie nur touchieren. Am Ende ein verdienter Sieg für Ines Dull, die mit ihrer kämpferischen und sympathischen Art den für viele längst überfälligen Sieg bei einem Sportklettercup endlich einfahren konnte.
 
 
Auszüge aus dem Bericht von bergleben.de